Die Tanzbewegung der Archetypen: Tarot mit Stimme, Körper und eigener Geschichte erleben
Du sitzt an einem Tisch. Vor dir liegt eine Tarotkarte, die du gerade gezogen hast.
Du kennst vielleicht ihren Namen. Vielleicht siehst du diese Figur zum ersten Mal. Dein Blick wandert über die Farben, die Haltung, die Gegenstände. Etwas fällt dir auf, ohne dass du schon weisst, warum.
Noch hat niemand die Karte erklärt.
So beginnt die Begegnung mit deinem Arkanum bei Mesa Arcana, unserem Abendessen mit Tarot bei Amavi in Bern.

Zuerst schauen, dann deuten
In meiner Begleitung bekommen die ersten Minuten der Betrachtung bewusst Raum. Ich möchte, dass du deine Karte zunächst selbst kennenlernst.
Welche Einzelheit zieht dich an? Was erscheint dir vertraut? Was irritiert dich?
Es geht dabei um deine Wahrnehmung. Du brauchst weder die Symbolik auswendig zu kennen noch eine besonders tiefgründige Antwort zu finden. Auch ein einfacher Gedanke wie «Diese Figur schaut von mir weg» kann ein Anfang sein.
Erst danach kommen meine Fragen und Impulse hinzu.
Was bedeutet es, einem Archetyp zu begegnen?
Wenn ich von Archetypen spreche, meine ich symbolische Figuren, durch die wir menschliche Erfahrungen erkunden können: aufbrechen, warten, gestalten, suchen, loslassen.
Eine Tarotkarte gibt diesen Themen eine sichtbare Gestalt. Wir können sie anschauen und uns fragen, welche Beziehung wir selbst zu ihr haben.
Dabei interessiert mich besonders der Moment, in dem jemand beginnt, sich in die Figur hineinzuversetzen. Ihre Haltung auszuprobieren. Ihr eine Stimme zu geben. Etwas von ihr in der eigenen Geschichte wiederzuerkennen.
Aus einem Bild auf dem Tisch kann so eine persönliche Frage entstehen.
Der Narr: «Wo beginnt alles?»
Ein Beispiel dafür ist der Narr.
Eine Frage, mit der ich die Erkundung dieser Karte eröffnen würde, lautet: «Wo beginnt alles?»
Ich stelle sie, nachdem die Person Zeit hatte, die Karte zu betrachten. Die Antwort bleibt offen. Vielleicht führt die Frage zu einer Erinnerung, vielleicht zu einem gegenwärtigen Wunsch oder zu einem Anfang, der noch schwer in Worte zu fassen ist.
Wir können anschliessend verschiedene Zugänge erkunden: Wie würde der Narr aus seiner eigenen Perspektive sprechen? Wie fühlt sich seine Körperhaltung an? Welche Erfahrung aus deinem Leben kommt dir dabei in den Sinn?
Stimme, Körper und Erinnerung eröffnen jeweils einen anderen Zugang zum selben Bild.
Die eigene Geschichte bleibt bei dir
Bei dieser Arbeit bestimmst du selbst, wie weit du gehen und was du teilen möchtest.
Du kannst einen Gedanken aussprechen oder ihn für dich behalten. Du kannst eine Haltung ausprobieren oder zunächst beobachten. Auch stilles Wahrnehmen gehört zur Teilnahme.
Mir ist wichtig, dass jede Person ihrem eigenen Tempo folgen kann. Die Fragen sind Einladungen. Sie lassen Raum für unterschiedliche Antworten und dafür, dass manches zunächst offenbleibt.
Warum diese Begegnung an einem Esstisch stattfindet
Als ich Evas Küche kennenlernte, erkannte ich darin eine Aufmerksamkeit, die mir aus meiner eigenen Arbeit vertraut ist. Ich hatte das Gefühl, dass Amavi meiner Vision von Tarot einen passenden Ort geben könnte.
An einem Tisch kommen Geschmack, Gespräch, Stille und Begegnung zusammen. Wir teilen eine Mahlzeit und dürfen zugleich unseren eigenen Gedanken folgen.
Evas Gerichte werden dabei nicht einzelnen Arkana zugeordnet. Ihre Küche und meine Begleitung begegnen sich in der Sorgfalt, mit der wir diesen Abend gestalten.
Eine Karte, die dich weiter begleiten darf
Bei Mesa Arcana erhältst du eine Kopie deines Arkanums zum Mitnehmen. Sie kann dich später an eine Frage, eine Empfindung oder einen Gedanken erinnern.
Vielleicht verändert sich auch dein Blick auf die Figur.
Für mich liegt darin etwas von der Tanzbewegung der Archetypen: Im Laufe unseres Lebens begegnen wir ihren Themen immer wieder und entdecken sie aus einer anderen Perspektive.
Mesa Arcana findet am 10. Dezember 2026 bei Amavi in Bern statt und wird auf Deutsch begleitet. Tarotkenntnisse sind nicht erforderlich. Informationen und Reservation direkt bei Amavi




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