Einfach atmen
- Mariana Sambataro

- 27. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Der Atem als Grundlage unserer Existenz

Der Atem ist eine der wenigen Erfahrungen, die wir als Menschen wirklich teilen. Er gehört uns nicht. Wir besitzen ihn nicht. Er durchströmt uns.
Vor unserer Identität, vor jeder Übung existieren wir, weil wir atmen. Wenn wir den Atem beobachten, ohne ihn sofort in eine Technik zu verwandeln, wird deutlich, dass er mehr ist als eine biologische Funktion – er ist eine universelle Bewegung.
Ein- und Ausatmung, Ausdehnung und Zusammenziehen
Derselbe Rhythmus, der in natürlichen Zyklen vorhanden ist: Der zunehmende und abnehmende Mond, der Wechsel von Tag zu Nacht und wieder zurück – die kontinuierliche Bewegung des Kosmos.
Der Atem ist der direkteste Ausdruck dieses Rhythmus.
In den letzten Jahren hat die Atmung in vielen Wellness-Praktiken eine zentrale Rolle eingenommen, oft in Form von Leistung und Intensität.
Intensive Atemübungen, extreme Techniken, Erlebnisse für unmittelbare Wirkung
Viele dieser Praktiken stimulieren primär das Nervensystem. Sie aktivieren Adrenalin und erzeugen Höhepunkte. Deshalb fühlen sie sich so kraftvoll an.
Das Problem ist nicht die Intensität an sich, sondern wenn die Intensität zum einzigen Weg wird
Ein Körper, der an Höchstleistungen gewöhnt ist, gerät leicht in Zyklen von Überstimulation und Zusammenbruch. Aus Sicht des Nervensystems ist dies keine Integration, sondern wiederholte Stimulation.
Meine Beziehung zum Atem begann lange vor diesen Trends.
Durch Hatha Yoga, wo der Atem unterstützt statt zu drängen; durch tantrische Selbstheilung, wo der Atem zum Werkzeug des Zuhörens wurde; durch Pranayama, das Präzision und Intelligenz offenbarte; und schließlich durch Qi Gong, die Atmung der Klänge
Dort stieß ich auf eine Atemtechnik, die reguliert, anstatt zu überwältigen.
Wenn der Atem nicht erzwungen wird, wenn er nicht dazu benutzt wird, irgendwohin zu gelangen
Der Körper reorganisiert sich selbst
Weniger ist mehr
Weniger Stimulation
Mehr Integration


Kommentare